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Dokument 216  >

Bericht des Reichspropagandaamtes Kärnten - Zweigstelle Veldes über die Aussiedlung von Slowenen aus Kärnten[1]

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AIZDG, RPA Kärnten - Zweigstelle Veldes, Bd. 1, (2 S.). Der Bericht wurde vom Referenten Kaldinazzi an den Referenten im Reichsministerium für Volkbildung und Propaganda Dr. Hans Krieg geschickt.
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Die Zwischenberichte sind vermutlich nicht vorhanden.
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Siehe Dok. Nr. 217.

15. April 1942

Ref. Kaldinazzi
eine
z. Hd. Oberreg. Rat Dr. Krieg

Wie bereits durch Zwischenberichte[2] bekanntgegeben, ist nunmehr im gemischtsprachigen Gebiet die Aussiedlung von Slowenen vor sich gegangen.[3] Die Höfe wurden innerhalb drei Tagen d. i. 13., 14. und 15. April geräumt. Die ausgesiedelten Slowenen wurden in einem ehemaligen Barackenlager des RAD. in der Nähe von Klagenfurt gesammelt, so dass bereits heute Abend der erste Transport mit ungefähr 150 bis 180 Personen abgeht. Aus den bisher eingegangenen Berichten ist die Aussiedlung aus den Höfen reibungslos vor sich gegangen. Ich habe mich selbst davon überzeugt, dass die Slowenen im Lager in einer sehr guten Verfassung sind, anständig behandelt und verpflegt werden. Gleichzeitig mit Beginn der Aussiedlung wurden auf deutschem Boden cirka 224 Kanaltaler Bauern empfangen und sofort zur Weiterleitung in die nunmehr freigewordenen Herdstellen nach Klagenfurt gebracht. Diese Umsiedler aus dem Kanaltal sind fast durchwegs gut aussehende und zum Grossteil deutsch sprechende Menschen. Ihre fachliche Eignung wurde bereits auf dem vorgesehenen Einsatz für Landstellen geprüft, so dass sie höchstwahrscheinlich auch in dieser Beziehung gut entsprechen werden.

Es tritt nunmehr an uns die Aufgabe heran, diese neuen Ansiedler im gemischtsprachigen Gebiet propagandistisch besonders intensiv zu betreuen, um ihnen das Rüstzeug der notwendigen inneren Abwehr gegen die vorauszusehenden Einflüsse aus den windischen Bevölkerungskreisen zu geben. Es muss damit gerechnet werden, dass gerade an diese Menschen aus den immer noch zu verzeichnenden slowenisch gesinnten Kreisen Hetz und Feindpropaganda herangetragen wird oder bei sichtbarer Abwehr von Seiten der Kanaltaler, versteckte schädigende Angriffsversuche geplant werden könnten. Wir müssen daher diesen neuen Ansiedlern aus dem Kanaltale nicht nur materielle, sondern auch ideelle Abwehrwaffen, das ist jene Ausrichtung und seelische Unterstützung gegen solche Einflüsse gewähren.

ich sehe heute schon die Notwendigkeit, in diesen Gebieten zusätzlich Propagandamaterial, wie Bücher, Bilder, Musikinstrumente usw. einzusetzen. Daneben werde ich dort Webkurse, Spinnstuben, Sprachkurse in Zusammenarbeit mit den dafür geeigneten Organisationen errichten. Besonders dringend muss der Einsatz von Volkstumswartinnen in diesem Gebiet weitergetrieben werden. Ich gebe daher anliegend einen umfassenden Arbeitsplan bekannt, der in groben Umrissen die vorgesehene Tätigkeit in diesem Gebiet aufweist und gleichzeitig einen Überblick über die daraus entstehenden Kosten gibt. Da ich derzeit hier die Volkstumsmittel für das neue Rechnungsjahr noch nicht vorliegen habe, bitte ich um Ihre Bewilligung der in anliegender Liste angeführten Mittel für die Betreuung der Rücksiedler aus dem Kanaltal in der Höhe vom RM 16.400.-

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AIZDG, RPA Kärnten - Zweigstelle Veldes, Bd. 1, (2 S.). Der Bericht wurde vom Referenten Kaldinazzi an den Referenten im Reichsministerium für Volkbildung und Propaganda Dr. Hans Krieg geschickt.
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Die Zwischenberichte sind vermutlich nicht vorhanden.
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Siehe Dok. Nr. 217.

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